Pontifex-Experte Volker Reinhardt rät von Päpsten in Rente ab

Der Historiker und Vatikan-Experte Volker Reinhardt rät von Päpsten in Rente ab. „Ein Ex-Papst in Rente, auf den man sich in Konflikten berufen kann, kann nicht die Zukunft der Kirche sein“, so Reinhardt im Gespräch mit der ZEIT-Beilage Christ & Welt. „Das Papsttum soll die Einheit der Kirche verkörpern. Es wäre gefährlich, eine Art Aufsichtsrat der Ex-Päpste zu haben“, so der Historiker mit Blick auf den zurückgetretenen Benedikt XVI. Es gebe ultrakonservative Kreise in der Kirche, die dessen Rücktritt nicht als rechtsgültig ansähen und dem Papst die Legitimität absprächen. Dadurch bestünde ein „gewisses Risiko“ für eine Kirchenspaltung.

Reinhardt bezeichnet Benedikt XVI. zudem als einen „Verlierer der Medienlandschaft“. Im Gegensatz zu Papst Franziskus: Dieser beherrsche die Macht der Bilder und knüpfe damit „geschickt an die uralten Traditionen“ an. Schon immer seien Päpste Medienpioniere und Meister der Propaganda gewesen, um ihre Stellung zu sichern.

Volker Reinhardt ist einer der bekanntesten Historiker für die Neuzeit. Er lehrt als Professor an der Universität Fribourg. Im Februar 2017 erschien sein Buch „Pontifex. Die Geschichte der Päpste. Von Petrus bis Franziskus“ im Verlag C.H. Beck, das schon jetzt ein Standardwerk ist. Zuvor veröffentlichte er die Biografie: „Luther, der Ketzer. Rom und die Revolution“.

Quelle:  www.zeit.de/vorabmeldungen.

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